1923...

Die Jahre bis zum Beginn des 2. Weltkrieges

Die Gründung des Musikvereins „Eintracht“ Bierlingen e.V. ist auf den 12. August 1923 zurückdatiert, die Gründungsmitglieder waren Rafael Noll, Karl Noll, Julius Faiss, Fidel Higi, Johann Löffler, Georg Beiter, Richard Higi, Pius Vollmer, Josef Baur (Felldorf), Otto Vees, Edmund Noll, Alois Löffler, Konrad Baur und Anton Baur. Der erste öffentliche Auftritt findet am 25. Dezember 1923 statt, es handelt sich um das in ähnlicher Form auch heute noch stattfindende Spielen von Liedern auf dem Bierlinger Kirchturm.

Am 22.05. 1924 stellt Isidor Lohmiller, der damalige erste Vorsitzende, den vermutlich ersten Antrag in einer Ausschusssitzung: Missbrauch der Instrumente ist mit 3 Goldmark zu bestrafen. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Diesem Antrag sollten noch viele weitere folgen. In der Sitzung vom 11.08.1924 wird das Probegeld auf einen Monatsbeitrag von 2 GDM, in der Mitgliederversammlung vom 3. Januar 1925 werden 3 GDM als Preis für das Spielen einer Hochzeit festgelegt. Außerdem wird in dieser Mitgliederversammlung auch die Teilnahme an einem Preisspiel in Eningen (Vorläufer des heutigen Wertungsspiels) beschlossen. Derartige Versammlungen und Sitzungen finden in den verschiedensten Gasthäusern Bierlingens statt.

Josef Baur tritt am 18.07.1930 als erste Person wieder aus dem Musikverein aus, auch in den Proben kommt es hin und wieder zu Reibereien. So verlässt am 20. September 1930 Karl Noll nach einer Auseinandersetzung mit Dirigent Fidel Higi das Probelokal. In den Sitzungen werden immer noch viele Beschlüsse gefasst, die heute selbstverständlich erscheinen, beispielsweise der Beschluss, dass der Vorstand zur Ausgabe größerer Geldbeträge (ab 20 GDM) sein Einverständnis geben muss. Auch hier gibt es Meinungsverschiedenheiten, am 30. Januar 1931 wird die Sitzung unter dem Punkt "Verschiedenes" mit großem Lärm geschlossen.

Am 3. März 1931 wird in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bei Mitglied Anton Baur beschlossen, die Paragraphen des Musikvereins „maschinenschreiben zu lassen“, außerdem wird in einer geheimen Wahl über die Erhöhung des Probegeldes abgestimmt.

In der Mitgliederversammlung vom 23.01.1932 wird im Bezug auf die „Notverordnung im Reich“ der Monatsbeitrag von 30 auf 20 GDM herabgesetzt, vielleicht läuft aus diesem Grund die Sitzung friedlicher ab als andere zuvor: „Gegen 10 Uhr wurde die ausnahmsweise ruhig verlaufene Versammlung vom Vorstand geschlossen. Der neugewählte Vorstand Alois Löffler musste für seine Wiederwahl 3 Lieseln Bier bezahlen, wobei noch die höchsten Töne gesungen wurden. Möchten in Zukunft alle Versammlungen so friedlich ablaufen.“

Im Jahre 1932 nimmt der Musikverein am Gaumusikfest in Hirschau teil. Als man am eigentlichen Austragungsort des Festes aufgrund einer zeitlichen Verschiebung des Festablaufs nicht mehr spielen kann, wird auf dem Heimweg noch in Wachendorf haltgemacht „und einer genehmigt“. In diesem Jahr spielt der Musikverein an Fronleichnam, „Hernach wurde in der Traube ein Fass Bier getrunken“,

Auch bei weltlichen Feiertagen wie dem „Tag des Bauern“ am 1. Oktober 1933 bildet der Musikverein den musikalischen Rahmen.

Im Jahre 1936 machen die Zeichen der Zeit auch vor dem Musikverein nicht Halt. Es gibt Verweise darauf, dass an den Enden der Mitgliederversammlungen das Horst-Wessel Lied und das Deutschlandlied gesungen wurden. Auch die äußere Erscheinung der Vereinsmitglieder nimmt vor dem 2. Weltkrieg militärischere Züge an.

 

 

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